Ausstellungseröffnung: Comeback der Meister - Bauhaus Meister Moderne

29. September 2019
Die große Sonderausstellung 2019 vereint mehr als 100 hochkarätige Meisterwerke aus internationalen Sammlungen. Sie ist inhaltlich zweiteilig angelegt und widmet sich zum einen der Sammlungsgeschichte des Kunstmuseums des Landes Sachsen-Anhalt, indem es eine möglichst vollständige Rekonstruktion der verlorenen, 1937 als „entartet“ beschlagnahmten Sammlung der Moderne anstrebt, und präsentiert zum anderen Gemälde von Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Georg Muche und Oskar Schlemmer, jener Maler, die zwischen 1919 und 1933 als Meister am Bauhaus in Weimar, Dessau und Berlin lehrten. Das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) gehörte in den Jahren der Weimarer Republik zu den bedeutendsten deutschen Museen für die damals zeitgenössische Kunst, die Kunst der heute so bezeichneten klassischen Moderne. Seine beiden prägenden Direktoren, Max Sauerlandt (1880–1934, Direktor 1908–1919) und Alois J. Schardt (1889–1955, Direktor 1926–1935) entwickelten die Sammlungen mit Blick auf die junge, zeitgenössische Kunst –Werke von Vertretern z. B. des Expressionismus, des Konstruktivismus und der Neuen Sachlichkeit. Es entstandeine einzigartige Kollektion, die das hallesche Museum zum Anziehungspunkt für zahlreiche nationale und internationale Gäste machte. Modernität und Zeitgenossenschaft kennzeichnen das Wirken beider modern denkender Protagonisten der Moderne im heutigen Sachsen-Anhalt. Mit „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 verkehrte sich die bis dahin renommierte Sammlung in eine Sammlung verfemter Kunst. In Vorbereitung der Ausstellung „Entartete Kunst“ ab Juli 1937 in München verlor das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) im Sommer seine erlesene Sammlung der Moderne. Insgesamt gingen 146 Kunstwerke verloren. 14 konnten bis heute wieder zurückerworben werden. Anlässlich des Bauhaus-Jubiläums 2019 strebt die Ausstellung eine möglichst vollständige Rekonstruktion der verlorenen Sammlung des Museums an, sprich der temporären Zusammenführung aller verfügbaren Werke, die sich einst im Eigentum des Museums befanden. Zu erleben sein werden Meisterwerke u. a. von Feininger, Heckel, Kandinsky, Kirchner, Klee, Kokoschka, Lissitzky, Marc, Nolde, Rohlfs aus internationalen Sammlungen in Deutschland, Frankreich, Dänemark, der Schweiz, Österreich, den USA, Japan. Die Rekonstruktion der verlorenen Sammlung wird vertiefend ergänzt um fünf künstlermonografische Kabinette, die das Schaffen von Kandinsky, Klee, Feininger, Schlemmer und Muche während ihrer Zeit als Meister am Bauhaus vorstellen. Alle fünf Maler waren und sind mit repräsentativen Werken auch noch heute in der Sammlung des Museums vertreten. In den Kabinetten, die die Sammlungsrekonstruktion ergänzen und vertiefen, werden jeweils 5 bis 10 Gemälde eines jeden Künstlers, Leihgaben aus internationalen Sammlungen, gezeigt. Wie sich ihr Schaffen in den 14 Jahren des Bestehens des Bauhauses veränderte, werden Leihgaben aus Europa, den USA und Russland anschaulich vor Augen führen. Komplettiert wird die Ausstellung durch einen digitalen Teil. In Kooperation mit dem Studiengang Multimedia|VR-Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle wird mittels Virtual Reality ein neues Kunstmuseum entstehen. Dieser Ausstellungsteil lässt die 1927 von Walther Gropius in einem Wettbewerb für Halle entworfene sogenannte Stadtkrone – ein monumentales Kultur- und Sportforum auf dem Lehmannsfelsen über der Saale –, die nie gebaut wurde, erstehen. In Walter Gropius‘ visionärem Kunstmuseum können die Besucherinnen und Besucher die Sammlung der Moderne des Museums, wie sie bis 1937 bestand, in einem beispielhaften Museumsprojekt des Neuen Bauens erleben. Auf diese Weise bietet Bauhaus Meister Moderne ein analog-digitales Ausstellungserlebnis, das das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) in seiner Vergangenheit und Gegenwart anschaulich als Ort der Moderne erfahrbar macht.
Rubrik(en): 
Ausstellungen
nächste Termine: 
Sonntag, 29. September 2019
Öffnungszeiten: 
Montag: 10:00-18:00 Dienstag: 10:00-18:00 Mittwoch: Geschlossen Donnerstag: 10:00-18:00 Freitag: 10:00-18:00 Samstag: 10:00-18:00 Sonntag: 10:00-18:00
Veranstaltungsort: 
Friedemann-Bach-Platz 5
***Achtung Umbauarbeiten: Schließung des Museums ganz oder teilweise bis 29.09.2019!***
06108 Halle (Saale)
Telefon: 
(0345) 212590
Haltestelle: 
Moritzburgring
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