A Biochemical Romance

Bild: ©SozvezdieL, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons
Zur Annäherung der chemischen und biologischen Forschung in der Zwischenkriegszeit Ein Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Dr. des. Caterina Schürch (München) Bereits 1907 wünschte sich Chemiker Emil Fischer, dass das Verhältnis der Organischen Chemie zur Biologie sich bald „wieder ebenso innig gestalten wird, wie es zu Zeiten von Liebig und Dumas gewesen ist“. Das Ziel: Die großen chemischen Geheimnisse des Lebens ergründen. Sein Wunsch wurde mit Beginn der 1930er Jahre mehr und mehr Wirklichkeit. Für die Erforschung von Substanzen wie Hormonen und Vitaminen war die Chemie in der Zwischenkriegszeit auf die Expertise und die materiellen Ressourcen der Biologie angewiesen. Analog dazu lieferten Kreuzungsexperimente wertvolle Hinweise auf die sich in vivo abspielenden chemischen Syntheseprozesse. Biologinnen und Biologen wiederum interessierten sich für die chemischen Prozesse, die den biologischen Vorgängen zugrundeliegen. Diese gegenseitige Abhängigkeit brachte die Akteure dazu, über die Grenzen ihrer Disziplinen hinweg zusammenzuarbeiten. So erforschte zum Beispiel der frisch promovierte Organiker Arie Jan Haagen-Smit in den 1930er Jahren zusammen mit dem Utrechter Botanischen Laboratorium das Wachstum von Haferkeimlingen. Auch der Professor für Organische Chemie Paul Karrer sprach 1932 zum 14. Internationalen Physiologen-Kongress in Rom über seine Forschung zu Carotinoiden und Vitamin A. Ein Jahr später arbeitete der Biologe George Wald in Karrers Labor an der Isolierung des Rhodopsins aus der Retina von Fröschen und Rindern. 1934 verlangte der berühmte Professor für Organische Chemie Robert Robinson beim 9. Kongress für reine und angewandte Chemie, dass Hypothesen zu Biosynthese-Wegen durch biochemische Studien gestützt werden. Er selbst kooperierte mit der Biochemikerin Rose Scott-Moncrieff, die wiederum mit den Genetikerinnen und Genetikern der John Innes Horticultural Institution zusammen arbeitete. Caterina Schürch, Wissenschaftshistorikerin an der LMU München und derzeit EarlyPostdoc-Mobility-Stipendiatin des Schweizerischen Nationalfonds, diskutiert in ihrem Vortrag inhaltlische und methodische Gründe für die Annäherung von Organischer Chemie und Biologie. Ihre Forschungsschwerpunkte: Die disziplinenübergreifende Forschung an biochenischen und biophysikalischen Vorgängen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, und die Überlegnungen Naturforschender des 18. und 19. Jahrhunders zum Einfluss der Elektrizität auf das Pflanzengedeihen. Es laden Sie herzlich ein: Prof. Dr Christina Brandt ML, Prof. Dr. Rainer Godel und Prof. Dr. Dieter Hoffmann ML
Rubrik(en): 
Bildung
Lesungen und Vorträge
Termin(e): 
Dienstag, 7. Juni 2022 - 18:00
Wo: 
Lesesaal

Veranstaltungsort: 
August-Bebel-Straße 50a
06108 Halle
Telefon: 
0345 473 39-120
Haltestelle: 
Moritzburgring (Tram: Linien 1, 3, 7, 8)

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