Das Arzt-Patienten-Gespräch in der Literatur um 1900

Bild: Wikimedia Commons
Ein Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Prof. Dr. Yvonne Wübben (Bochum) Die Interaktion von Ärzten mit ihren Patientinnen und Patienten ist heute wichtiger Gegenstand des Medizinstudiums. Denn neben der medizinischen Kompetenz wird zunehmend Wert auf die kommunikativen und psychosozialen Fähigkeiten gelegt. Ein Blick in die Literatur der Klassischen Moderne zeigt, dass diesem Thema schon damals eine hohe Relevanz beigemessen wurde: Gottfried Benn, Alfred Döblin, Franz Kafka, Thomas Mann, Robert Musil, Leo Perutz, Arthur Schnitzler – sie alle wussten um die Besonderheiten dieses Verhältnisses und seiner potentiellen Konsequenzen. Ihre Texte erzählen von Wahn und Wirklichkeit, von Missverständnissen, einem Mythos in Weiß, von suchenden Ärzten und überlegenen Patienten. Aus unterschiedlichen Perspektiven zeichnen die Autoren eine Welt, in der Anonymität und Individualität eng miteinander verwoben sind, und machen deutlich: Es geht es in besonderer Weise um die Konstruktion der eigenen Identität, und zwar der aller Gesprächsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Der Vortrag beleuchtet diese facettenreiche Beziehung anhand literarischer Beispiele um die Jahrhundertwende. Yvonne Wübben ist Professorin für Literatur und anthropologisches Wissen an der Universität Bochum und hat derzeit die Stiftungs-Gastprofessur für "Narration in der Psychiatrie" an der Charité inne.
Preis: 
Eintritt frei
Rubrik(en): 
Bildung
Lesungen und Vorträge
Termin(e): 
Dienstag, 5. Juli 2022 -
18:00 bis 19:30

Veranstaltungsort: 
Emil-Abderhalden-Straße 36
06108 Halle (Saale)
Haltestelle: 
Moritzburgring (Tram: Linien 1, 3, 7, 8)

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