Engel in Amerika

© Theater-, Oper und Orchester GmbH Halle, Foto: Anna Kolata
Die Jahrhundertwende naht Prior: Ich bin homosexuell. Harper: Oh! In meiner Kirche glauben wir nicht an Homosexuelle. Prior: In meiner Kirche glauben wir nicht an Mormonen. Die deutsche Angst vor Kontrollverlust und Weltuntergang ist so berüchtigt, dass es dafür sogar einen eigenständigen Begriff gibt: den der German Angst. Derzeit erfasst diese Angst vor der Apokalypse aber nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt. Selbstverständlichkeiten zerfallen vor aller Augen: Volksparteien demontieren sich scheinbar selbst, Demokratien werden von rechtsautoritären Strömungen unterhöhlt, der brasilianische Regenwald und Down Under brennen, und in der Arktis herrschen im Februar die gleichen Temperaturen wie in Kalifornien. Genau diese nahende Umwälzung der Welt, wie wir sie kannten, wurde schon einmal befürchtet: vor 35 Jahren, als das Millennium nahte und eine Aids-Epidemie die Welt heimsuchte. Der amerikanische Autor Tony Kushner nahm dies zum Anlass für sein Stück »Engel in Amerika«. Er erzählt darin von aufgeklärten Liberalen, pflichtbewussten Mormonen, homosexuellen Republikanern, selbstlosen Drag-Queens, valiumsüchtigen Ehefrauen und zum Tode geweihten Patienten in New York City. Sie alle müssen sich angesichts komplexer Krisen neu orientieren und miteinander verbinden, um in den Rissen der Geschichte nicht zu verschwinden. Und dann sind da ja auch noch die Toten, die Geister verstorbener Ahnen und Engel, die ihren Anspruch auf das uneingelöste Glücksversprechen vergangener Leben geltend machen wollen. »ENGEL IN AMERIKA« wurde 1993 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet und 2003 als Miniserie mit Meryl Streep, Al Pacino und Emma Thompson verfilmt. 2020 nimmt es aktueller den je unsere Bewältigungsstrategien in Zeiten fundamentaler Umbrüche in den Blick; spitzzüngig, humorvoll und trotz aller Katastrophen liebestrunken. Regie Ingo Kerkhof Bühne Jessica Rockstroh Kostüme Justina Klimczyk Dramaturgie Sophie Scherer Regieassistenz Bernhild Bense Ausstattungsassistenz Markus Neeser Inspizienz Theresa Schafhauser Jorente Soufflage Sylke Apel Regiehospitanz Mona Li Hebräisch-Coach Josef Jeschke Engel | Emely | Frau in der South Bronx | Martin Bettina Schneider Hannah Porter Pitt | Rabbi Isidor Chemelwitz | Dr. Henry | Ethel Rosenberg Elke Richter Prior Walter Marian Kindermann Louis Ironson Erik Born Joseph Porter Pitt | Prior 1 | Nils Andre Brünnig Harper Pitt Sithembile Menck Belize | Mr. Lies Alexander Prince Osei Roy M. Cohn | Prior 2 Harald Höbinger +++ Aufgrund einer Erkrankung müssen die Vorstellungen am 14. und 15. Januar leider entfallen! Dafür wird am Samstag »Vögel« von Wajdi Mouawad gezeigt. +++ Die Karten vom Freitag, 14.01.2022 können an der Theaterkasse in die Vorstellung »Vögel« am Samstag, 15.1.2022 umgetauscht werden. Die Karten für Samstag erhalten ihre Gültigkeit für die Vorstellung »Vögel« am selben Abend. Alle Karten können auch gegen eine spätere Vorstellung von »Engel in Amerika« umgetauscht werden. Auch der Ticketpreis wird an der Theaterkasse zurückerstattet.
Rubrik(en): 
Bühne
Termin(e): 
Samstag, 12. Februar 2022 - 19:30
Wo: 
Saal

Veranstaltungsort: 
Große Ulrichstraße 50
06108 Halle (Saale)
Telefon: 
(0345) 51100
Haltestelle: 
neues theater

-->

Veranstalter: 
Theater, Oper und Orchester GmbH Halle
Universitätsring 24
06108 Halle (Saale)
Telefon: 
(0345) 5110130
Fax: 
(0345) 5110202