Erinnern heißt Partei ergreifen

Vorstellung und Gespräch zum Bildungsmaterial zu den Todesopfern rechter Gewalt in Sachsen-Anhalt seit 1990 Mindestens 169 Menschen sind in Deutschland zwischen 1990 und 2017 nach politisch rechts, rassistisch oder antisemitisch motivierten Gewalttaten gestorben. Darunter befinden sich auch 13 Menschen, die in Sachsen-Anhalt seit 1990 durch rechte Gewalt getötet wurden. Allerdings sind nur sieben von ihnen auch behördlich als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt. Viele der Todesopfer und die dahinterstehenden Taten sind längst aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden und an etlichen Tatorten erinnert bis heute nichts mehr an die begangenen Verbrechen. Hier setzt das Bildungsmaterial „Erinnern heißt Partei ergreifen“ an, das in Kooperation von Mobiler Opferberatung und der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt entstanden ist. Ziel des gerade erschienenen Bildungsmaterials „Erinnern heißt Partei ergreifen“ ist es, vor allem jungen Menschen und weiteren Interessierten die Schicksale der Getöteten näher zu bringen, für die Perspektiven Hinterbliebener und Betroffener rechter Gewalt und damit auch für verschiedene Lebenslagen, Alltagswelten, Diskriminierungsformen und gesellschaftliche Machtverhältnisse zu sensibilisieren. Die Befassung mit den ideologischen Hintergründen der Taten, deren Bedingungsfaktoren, Kontinuitätslinien und gesellschaftlichen Verbreitung soll ein Bewusstsein für rechte Gewalt und ihre tödliche Dimension als virulentes Phänomen in dieser Gesellschaft schaffen. Auf dieser Grundlage werden schließlich Handlungsoptionen aufgezeigt und zu eigenen Gedenkinitiativen angeregt – für ein würdiges, öffentliches Gedenken an alle Todesopfer in Sachsen-Anhalt. In unserer Veranstaltung sollen das Bildungsmaterial und die Arbeitsmöglichkeiten damit vorgestellt werden. Im Anschluss wird Zissi Sauermann (Mobile Opferberatung) mit David Begrich (Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V.) über verschiedene Gedenkinitiativen aus Sachsen-Anhalt sprechen und mit dem Publikum über die konkreten Herausforderungen, Chancen und Grenzen der Erinnerungsarbeit an Todesopfer rechter Gewalt ins Gespräch kommen.
Rubrik(en): 
Bildung
Lesungen und Vorträge
Termin(e): 
Dienstag, 19. März 2019 - 18:00

Veranstaltungsort: 
Waisenhausring 2
06108 Halle
Telefon: 
0345 135 348 61
Haltestelle: 
Franckeplatz (Tram: Linien 1, 3, 5, 7, 8, 9, 10, 16 | Bus: Linien 306, 308, 312, 314, 440)
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