Eugen Onegin - PREMIERE

Russland im 19. Jahrhundert. Der junge Aristokrat Eugen Onegin zieht mit seinem besten Freund Lenski auf dessen Landgut. Dort lernt er Tatjana, die ältere Schwester von Lenskis Verlobter Olga, kennen – und prompt verliebt sich das junge Mädchen in den weltgewandten Lebemann. Was als harmloses Landidyll beginnt, entfaltet sich zu einem atemberaubend fatalen und zugleich klugen Individualdrama, das heute als einer der ersten kompositorischen Höhepunkte von Pjotr Iljitsch Tschaikowski gilt. Tatjana schüttet Eugen Onegin in einem Liebesbrief ihr Herz aus. Diese Briefszene ist eine der ergreifendsten Momente der Operngeschichte – doch was folgt, ist alles andere als ein Happy End. Das Landleben ödet Onegin an und er weist die Avancen Tatjanas brüsk zurück. Stattdessen tanzt er auf einem abendlichen Ball mit Olga. Es kommt zu einem Duell zwischem ihm und Lenski. Eugen Onegin tötet im Morgengrauen seinen Freund wegen eines für ihn bedeutungslosen Flirts. Ein Moment, der nicht nur sein Leben entscheidend verändern soll. Der zweifelhafte Held dieser Oper gerät in einen Strudel depressiver Isolation. Nach Jahren trifft er zufällig wieder auf Tatjana. Nur, dass diesmal die Weichen anders gestellt sind. Eugen Onegin ist nichts weniger als eine revolutionäre Oper. Auf Basis von Alexander Puschkins Versroman aus den 1820ern, der als konstitutiv für die Entstehung der russischen Literatursprache gilt, erschafft Tschaikowski 1878 das Bild einer hilflosen, aber schuldvollen Suche nach Identität. Tschaikowski entwickelt hierfür einen völlig neuen Typus Oper, fernab von jeder Effekt- und Affekthascherei, aber voller ergreifender Emotionalität und mit einem beeindruckend genauen Blick für das Innenleben seiner Figuren. Präzise lenkt der Komponist auch die emotionale Aufmerksamkeit des Publikums, entfaltet jedes individuelle Schicksal musikdramaturgisch unterschiedlich und verhandelt darüber hinaus ethisch-moralische Fragen seiner Gegenwart vor dem musikalischen Hintergrund russischen Lokalkolorits. Ein beeindruckendes Werk – an der Oper Halle als Sängerfest in einer konzertanten Aufführung zu erleben, bei dem sich der neue Bariton der Oper Halle Andrii Chakov als Eugen Onegin dem halleschen Publikum vorstellt. Am Pult der Staatskapelle lässt Michael Wendeberg, der erste Kapellmeister der Oper, die abgründigen musikalischen Seelenlandschaften zwischen Schwermut und melancholischer Poesie erstrahlen.
Rubrik(en): 
Bühne
Termin(e): 
Freitag, 17. April 2020 - 19:30

Veranstaltungsort: 
Universitätsring 24
06108 Halle (Saale)
Telefon: 
(0345) 51100
Haltestelle: 
Moritzburgring, Joliot-Curie-Platz
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