Hallesche Abendgespräche: LehrerBilder.

Die Konstruktion von Lehrerbildern in der Öffentlichkeit wird bekanntermaßen von Bildern geprägt, die sich Nicht-Lehrerinnen und -Lehrer von diesem Beruf machen. Jene Bilder liegen dabei nicht nur als Materialitäten vor, sondern zeigen sich stets verknüpft mit Vorstellungen und tieferliegenden Sinnlogiken. Folglich handelt es sich dabei nicht um einfache Abbilder, sondern vielmehr um Verarbeitungsprodukte ‚äußerer‘ und ‚innerer‘ Bilder, die Ansprüche, Hoffnungen, Idealisierungen, aber auch Defizite, Irritationen und Kritik thematisieren, inszenieren und mitunter in extremen medialen Figuren aufbereiten. Auch wenn sich diesem medialen Spiel mit polarisierenden Lehrerbildern bislang kein unmittelbarer Einfluss auf die Berufskultur zuschreiben lässt, so bleiben die Verarbeitungsprodukte dennoch nicht ohne Bezug auf die sozialen Konflikte, Widersprüche und Ungewissheiten im Lehrerhandeln und deuten somit auch professionstheoretische Fragen an. Zudem verweisen diese spannungsreichen medial-öffentlichen Darstellungen v.a. auf Erwartungshaltungen, Deutungshoheiten und Ansprüche, bei denen nicht nur fraglich bleibt, ob (angehende) Lehrerinnen und Lehrer diesen gerecht werden können, sondern auch, wie diese sich zu den meist ambivalenten Verhältnissen zwischen Fremd- und Selbstbildern zum Lehrerberuf und zur Schule in ihren Entwicklungs- und Sozialisationsprozessen positionieren. Über die sozialgeschichtlichen Hintergründe und den damit einhergehenden Kontinuitäten und Diskontinuitäten zum Lehrerbild und -prestige in der Öffentlichkeit hinaus, soll es in der ZSB-Abendreihe vorrangig darum gehen, eine Auseinandersetzung darüber zu führen, wie diese medialen Inszenierungen von Lehrerberuf und Schule Fragen zur Lehrersozialisation und -professionalisierung berühren, welche Relevanzsetzungen sie vornehmen, aber auch, wie aus einer medien- und kultursoziologischen Perspektive Erlebniszusammenhänge zum Lehrerberuf über verschiedene Materialien – Serien, Filme, Musik, Literatur – konstruiert werden. Montag, 28.10.2019: Ewald Terhart (Münster): Vom Schuldespoten zum Lernbegleiter? Verschiebungen im Bild des Lehrerberufs zwischen Fremd- und Selbstdeutung Montag, 11.11.2019: Olaf Sanders (Hamburg): Street Credibility oder der Lehrberuf als Resozialisierungsprogramm? Seiten- und Quereinstieg am Beispiel serieller Filmerzeugnisse: „The Wire“ und „Fack Ju Göhte“ (I-III) Montag, 09.12.2019: Alexander Geimer & Dino Capovilla (Berlin): Die Mediatisierung des Lehrer_innen-Habitus: Über Subjektivierungsprozesse durch Varianten der Aneignung von fiktional-narrativen Spielfilmen aus dem Genre des Schul-Films Montag, 03.02.2020: Georg Breidenstein (Halle): Lehrer*innenbilder zwischen Suggestion und Reflexion. Erfahrungen aus einem Seminar zu Lehrerfiguren im Kino
Rubrik(en): 
Bildung
Termin(e): 
Montag, 28. Oktober 2019 - 18:15
Freitag, 1. November 2019 - 18:15
Montag, 9. Dezember 2019 - 18:15
Montag, 3. Februar 2020 - 18:15
Wo: 
Zentrum für Schul- und Bildungsforschung (ZSB), Konferenzraum (Haus 31)

Veranstaltungsort: 
Franckeplatz 1
06110 Halle (Saale)
Telefon: 
(0345) 2127400
Haltestelle: 
Franckeplatz