Krise und Aufbruch - August Hermann Francke und die „Kraft der Krise“ - Krisen als Argument und Erklärungsmuster.

August Hermann Francke und die „Kraft der Krise“ - Krisen als Argument und Erklärungsmuster. Prof. Dr. Udo Sträter Einleitung und Moderation: Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke Der Vortrag thematisiert den Gründungsmythos der Franckeschen Stiftungen: Der „Pietismus“ und die Anstalten zu Glaucha vor Halle waren Reaktionen auf eine gesellschaftliche und religiöse Krise. Waren die gesellschaftlichen und religiösen Zustände um 1700 wirklich so krisenhaft? Konnten Francke die Diagnose und Konstruktion einer Krise zur Begründung und Durchsetzung seiner Ziele dienen? Und weshalb blieb dieses zeitbedingte Erklärungsmuster in der Forschung präsent? Vorträge und Gespräche zum Jahresthema 2019 In dieser historischen Vortragsreihe wenden wir uns krisenhaften Erscheinungen und deren Deutungsmustern in der Frühen Neuzeit zu. Der in der hiesigen Geschichtswissenschaft nur zögernd aufgegriffene „multiple Krisenbegriff“ ermöglicht, die unterschiedlichen Reaktionen auf den Dreißigjährigen Krieg – wie Aufklärung, Absolutismus, Merkantilismus, Pietismus erhellend zu erklären. Er leitet über zu fragen, ob der „Pietismus“ und die Anstalten zu Glaucha vor Halle wirklich Reaktionen auf eine gesellschaftliche und religiöse Krise waren oder ob Francke die Diagnose und Konstruktion einer Krise zur Begründung und Durchsetzung seiner Ziele dienten? Befragt dieser Abend das zeitbedingte Franckesche Erklärungsmuster kritisch, so stehen die verheerenden Auswirklungen der hiesigen Pestepidemien wohl außer Frage. Aus kulturhistorischer und mikrobiologischer Sicht betrachten wir den „Massenmörder Pest“ und weiten mit einem Vortrag von Jörg Hacker den Blick auf die aktuellen Herausforderungen, die sich mit der globalen Ausbreitung von Infektionskrankheiten heute stellen.
Preis: 
kostenfrei
Rubrik(en): 
Lesungen und Vorträge
Termin(e): 
Mittwoch, 27. Februar 2019 - 18:00
Wo: 
Englischer Saal, Haus 26

Veranstaltungsort: 
Franckeplatz 1
06110 Halle (Saale)
Telefon: 
(0345) 2127400
Haltestelle: 
Franckeplatz (Tram: Linien 1, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 11)
Veranstalter: 
Franckesche Stiftungen
Franckeplatz 1
06110 Halle (Saale)
Telefon: 
(0345) 2127450