Mit der Faust in die Welt schlagen

9. Oktober 2020 - 20:00
DIESER SOMMER WAR DER SCHLIMMSTE. KEINE NACHRICHTEN MEHR OHNE FLÜCHTLINGE, DIE ZEITUNGEN VOLL MIT ANKÜNDIGUNGEN ÜBER NEUE HEIME. DIE PROTESTE IN DRESDEN BRACHTEN NICHTS, DER AUFSTAND GEGEN DIE GUTMENSCHEN BLIEB OHNE UNTERSTÜTZUNG. Tobi und Philipp wachsen im Osten von Sachsen auf. Während sie als Kinder den Umzug in ein eigenes Heim und eine intakte Familie erleben, wird ihr Heranwachsen immer mehr dadurch geprägt, dass sich der nach der Wende einsetzende Zerfallsprozess in ihrer Umgebung bemerkbar macht. Sei es durch den Fortgang der Industrie, durch Arbeitslosigkeit oder die Trennung ihrer Eltern: Zerfall und Verlust machen sich überall bemerkbar. Als eines Tages auf den Stein ihres Schulhofs ein Hakenkreuz geschmiert wird, kommen die beiden erstmalig mit der Wut, Frustration und dem Hass in Kontakt, die sich wenige Jahre später gegen die Geflüchteten und »die da oben« entladen. Lukas Rietzschel beschreibt in seinem Debütroman die Menschen in der ostdeutschen Provinz, die trotz der Desillusionierung durch die Wende unbedingt in ihrer Heimat weitermachen wollen. Berührend schildert er die Ohnmacht, die zur Normalität geworden ist, für die ratlose, vorbildlose Nachwendegeneration, die ihren Weg ins Leben sucht. Erstmals arbeitet Swen Lasse Awe, Absolvent der Otto Falckenberg Schule München, in Halle und wird seine eigene Fassung des Romans in der neuen Kammerbühne inszenieren. ab 15 Jahren
Rubrik(en): 
Bühne
Termin(e): 
Freitag, 9. Oktober 2020 - 20:00
Sonntag, 1. November 2020 - 18:00
Donnerstag, 19. November 2020 - 18:00
Wo: 
nt - Kammer

Veranstaltungsort: 
Große Ulrichstraße 50
06108 Halle (Saale)
Telefon: 
(0345) 51100
Haltestelle: 
neues theater

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