Musikalisch-Kulinarische Vortragsreihe: Die Undinen auf der Opernbühne

Die musikalisch-kulinarische Vortragsreihe, wesentlich von der Gesellschaft der Freunde der Oper und des Balletts Halle e.V. unterstützt, knüpft im Operncafé an die Salonkultur des 19. Jahrhunderts an. Bei Brot und Wein unternimmt Musikkritiker Frieder Reininghaus seit 2017 gemeinsam mit Sängerinnen des Ensembles, Kapellmeistern und Korrepetitorinnen unterhaltsame Streifzüge durch die Musikgeschichte. Der durch seine Beiträge für Deutschlandradio, WDR und SWR bekannt gewordene Opernkritiker, Musikwissenschaftler und Herausgeber der Österreichischen Musikzeitschrift gibt spannende Hintergrundinformationen zu aktuellen Produktionen der Oper Halle: Entwicklungen der Rezeptionsgeschichte, Anekdoten, wenig bekannte Begebenheiten und Tatsachen. Reininghaus widmete sich bereits anhand von Beethovens Fidelio der dunklen Seite des Rokoko und dem Genre der Schreckens- und Rettungsopern. Ausgehend von Verdis Aida unternahm er eine Expedition zu den Exotismuswelten des Musiktheaters. In der Nachbarschaft von Sweeney Todd und der Dreigroschenoper kommentierte er sinistre Halbwelten. In der Saison 2018/19 widmete sich Reininghaus – quer durch die Jahrhunderte – u. a. anhand von Mozarts Bastien und Bastienne, Strauss’ Ariadne auf Naxos und Meyerbeers L’ Africaine den von ihren Männern verlassenen Frauen der Operngeschichte. Auch in der Spielzeit 2019/20 wird Frieder Reininghaus wieder den Spielplan begleiten. Im Kontext von Verdis Maskenball wird es um Masken und Maskierungen auf der Bühne gehen, im Umfeld von Mozarts Don Giovanni um den Libertin und die Promiskuität. Thema: Die Undinen auf der Opernbühne Die Undinen stammen aus der Tiefe des mythologischen Raums und sind vor allem durch die märchenbeseelten Sphären des 19. Jahrhunderts zu den Menschen gekommen. Seit den Tagen der Romantik bevölkern sie auch die Opernbühnen – gelegentlich mit mit E.Th.A. Hoffmanns Undine (1816) oder Albert Lortzings großem romantischem Entwurf von 1845, vor allem dann mit Antonín Dvořáks Rusalka, uraufgeführt 1901 in Prag. Zuletzt tauchte im Jahr 2019 mit Ozeane eines dieser aus dem Wasser stammenden, an Land nicht zum Glück gelangenden Zwitterwesen auf – mit der Musik von Detlev Glanert in Berlin. Da sage noch jemand, dass sie vom Gang der Geschichte fortgespült wurden …
Rubrik(en): 
Lesungen und Vorträge
Termin(e): 
Dienstag, 28. Januar 2020 - 20:00

Veranstaltungsort: 
Universitätsring 24
06108 Halle (Saale)
Telefon: 
(0345) 51100
Haltestelle: 
Moritzburgring (Tram: Linien 3, 7, 8) Joliot-Curie-Platz (Tram: Linien 1, 2, 5, 6, 10)