Nach der Natur: Der Frankfurter Flughafen und die Geschichte des Umweltwissens

Vortrag im Wissenschaftshistorischen Seminar von Nils Güttler (Wien) Wie und wo wurde Umweltwissen im 19. und 20. Jahrhundert produziert? Eine Antwort auf diese Frage lautet: an und rund um Infrastrukturen. Im Zentrum des Vortrags stehen die komplexen Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Staat, Politik, Wirtschaft und der Bevölkerung. Der Zugang einer „politischen Wissensgeschichte“ rückt die sozialen und gesellschaftlichen Räume in den Fokus, in denen dieses Wissen verhandelt und wirksam wurde. Viele Wissensbestände wurden zunächst im Flughafen selbst produziert, bevor sich die Umweltbewegung diese aneignete, um sie gegen den Flughafen in Stellung zu bringen. Der Flughafen wiederum lernte durch den regionalen Widerstand gegen den Ausbau im Laufe seiner Geschichte ökologisch hinzu, indem er sich das einstige „Gegenwissen“ der Protestbewegung einverleibte oder durch Mediationsprozesse in die Planungen integrierte. Das Fallbeispiel des Flughafens liefert dadurch weitreichende Erkenntnisse über den gesellschaftspolitischen Ort des Umweltwissens – als Infrastrukturwissen – und versteht sich als Beitrag zur aktuellen Debatte um die Klimakrise und das Anthropozän. Der Vortrag analysiert am Beispiel des Frankfurter Flughafens die Geschichte des Umweltwissens im oben genannten Zeitraum. Nils Güttler ist Assistenzprofessor für Wissenschaftsgeschichte der Naturwissenschaften an der Universität Wien. Seine Forschungen bewegen sich an der Schnittstelle von Umwelt- und Wissensgeschichte. Im Frühjahr 2023 erscheint sein Buch „Nach der Natur“ zum Frankfurter Flughafen im Wallstein Verlag. Es laden Sie herzlich ein: Prof. Dr. Christina Brandt ML , Prof. Dr. Rainer Godel und Prof. Dr. Dieter Hoffmann ML
Preis: 
Eintritt frei
Rubrik(en): 
Lesungen und Vorträge
Termin(e): 
Dienstag, 7. Februar 2023 - 18:00
Wo: 
Lesesaal

Veranstaltungsort: 
Emil-Abderhalden-Straße 36
06108 Halle (Saale)
Haltestelle: 
Moritzburgring (Tram: Linien 1, 3, 7, 8)

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