Vortrag Kunst & Religion – Zu schön, um wahr zu sein? Adolf Senff und die Kunst der Nazarener

13. August 2019 - 16:30
Zehnte Museumspredigt mit Pfarrer Walter Martin Rehahn (freier Dozent und Kunstbeauftragter des Kirchenkreises Halle-Saalkreis) Zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnten sich viele junge Maler nicht mehr mit dem herrschenden Kunstbegriff des Klassizismus identifizieren und wandten sich zunehmend von den Akademien ab. An der Wiener Akademie schlossen sich 1809 J. K. Hottinger, Friedrich Overbeck, Joseph Sutter, Franz Pforr, Joseph Wintergeist und Ludwig Vogel zusammen und gründeten den Lukasbund. In der Überzeugung, im Glauben die spirituelle Inspirationsquelle für ihre Kunst zu finden, gingen sie 1810 nach Rom und lebten und arbeiteten gemeinsam wie eine katholische Bruderschaft im Kloster „Sant'Isidoro“. Ihr Erscheinungsbild erinnerte an die Jünger Christi, wodurch man ihnen den Spottnamen "Nazareni" gab, der später zur gebräuchlichen Bezeichnung wurde. Die Kunst der Nazarener widmete sich vornehmlich den biblischen Themen und orientierte sich stark an den Werken Albrecht Dürers und Raffaels. Der aus Halle stammende Maler Carl Adolf Senff (1785-1863) lebte ab 1816 für 32 Jahre in Rom. Dort hatte sich schon 1810 die Künstlergruppe der "Nazarener" angesiedelt, deren Stil auch die Malweise der religiösen Bilder Senffs beeinflusste. Einige seiner Gemälde zum Neuen Testament, die sich in den Sammlungen des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) befinden, werden in dem Vortrag mit Werken der Nazarener verglichen, wobei die Leitfrage die nach dem Wahrheitsgehalt religiöser Kunst sein soll. In seinem Vortrag bezieht sich der Kunstbeauftragte des Kirchenkreises Halle-Saalkreis, Pfarrer Walter Martin Rehahn, auf drei Bilder zum Neuen Testament von Adolf Senff sowie auf das „Emmaus“-Bild von Franz Ittenbach, die sich alle in den Sammlungen des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) befinden.
Preis: 
3,00 € | erm. 2,00 €
Rubrik(en): 
Lesungen und Vorträge
Termin(e): 
Dienstag, 13. August 2019 - 16:30

Veranstaltungsort: 
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)
Telefon: 
(0345) 212590
Haltestelle: 
Moritzburgring