Wandbild „Stadt“

Hans Joachim Triebsch, 1988 An der fensterlosen Giebelwand eines Altbaus in der Großen Klausstraße realisierte Hans Joachim Triebsch eine monumentale Wandmalerei einer fiktiven Halleschen Straßenszene inmitten einer illusionistischen Architektur: Zwischen zwei Wohnhäusern, einem Alt- und einem Neubau, und einem Kaffeehaus Haase ist eine fulminante Menschenmenge versammelt, die durch kuriose Szenen und surreale Personenkonstellationen bestimmt wird. Neben den Philosophen Marx und Engels befinden sich darunter beispielsweise auch der Theologe, Reformator und Revolutionär Thomas Müntzer und Mickey Mouse; zu Georg Friedrich Händel gesellt sich ein Punk. Überragt wird diese Gruppe durch einen Mann auf Stelzen, der einen Anzug und einen Zylinder mit einem der amerikanischen Flagge entlehnten Muster trägt und sich auf einen riesigen Hamburger zu bewegt. Hans Joachim Triebsch beendete seine Arbeit an diesem Bild 1988, ein Jahr vor der politischen Wende in der DDR. 2002 beschäftigte er sich erneut damit, überarbeitete es und fügte der Szenerie neue Elemente hinzu wie beispielsweise ein Coca-Cola-Schild. Im Wandbild finden sich zahlreiche Metaphern und Symbole, die auf die politische und gesellschaftliche Stimmung Ende der 1980er Jahre Bezug nehmen und die Phase des Umbruchs theatralisch inszenieren. Hans Joachim Triebsch studierte von 1975-1980 Malerei und Grafik u.a. bei Hannes H. Wagner, Inge Götze, und Willi Sitte, absolvierte bis 1981 ein Zusatzstudium im Bereich Glasgestaltung und war von 1981-1989 Lehrer im künstlerischen Grundstudium an der BURG.
Adresse: 
Große Klausstraße 16
06108 Halle (Saale)