Riebeckplatz

Verkehrsdrehscheibe zwischen dem Hauptbahnhof und der Innenstadt, der nach dem Industriellen Carl Adolf Riebeck benannt ist. Ursprünglich nannte man das Gebiet des heutigen Riebeckplatzes den Galgtorvorplatz, denn hier befand sich seit ca. 1100 der Galgen der Stadt Halle, der im Rahmen der großen Stadterweiterung und Befestigung hierher verlegt worden ist. Bereits im Mittelalter war der Galgtorvorplatz der Verkehrsknotenpunkt der Stadt Halle, da hier die Leipziger Heerstraße, der Magdeburger Weg, die Reideburger Straße und der Merseburger Weg zusammentrafen. Aufgrund der vielen Ausbesserungen und der kostspieligen Neuaufstellungen wurde 1698 mit der Genehmigung von Friedrich III. anstelle des hölzernen Schnellgalgens ein steinerner Galgen errichtet. Auf dem Gelände des heutigen Riebeckplatzes befand sich außerdem der Rabenstein als weitere Richtstätte, der mit der Genehmigung Kardinal Albrechts aufgestellt worden ist. Außerdem sollen sich dort sechs Räder auf hohen hölzernen Säulen befunden haben. Diese wurden genutzt um den zuvor Gehängten doppelt zu bestrafen. Eine steinerne Betsäule sollte u. a. den Verurteilten vor ihrer Hinrichtung Mut und Standhaftigkeit einflößen. Diese Betsäule befindet sich heute am Universitätsring. Um 1720 wurde ein erstes Gasthaus errichtet, das spätere Hotel Goldene Kugel. Von einem Reisenden wurde der Galgtorvorplatz 1795 als ein wüster Schutt- und Schmutzhaufen mit Unmengen an Schweinekot beschrieben. Er soll von Schweineherden durchwühlt gewesen sein und einen widerlichen Geruch verbreitet haben. Häufig sollen noch Leichenreste an dem Galgen gehangen oder von Raben zerfressen auf dem Rabenstein gelegen haben. Dieser Anblick änderte sich spätestens 1809, als der Galgen und die anderen Gerätschaften auf dem Galgtorvorplatz unter französischer Herrschaft abgerissen worden sind. Nach dem Abriss des Galgens entstanden auf dem Gelände des heutigen Riebeckplatzes eine Garten-Anlage und viele neue Gasthöfe. 1827 bekam der Platz den Namen Leipziger Platz. Nach 1840 erfolgten größere Umbaumaßnahmen im Zuge der Errichtung der Eisenbahnverbindungen nach Magdeburg, Leipzig (Magdeburg-Leipziger Eisenbahn) und Weißenfels (Thüringer Bahn) 1844. Zu dieser Zeit stand die Verschönerung des Platzes im Mittelpunkt der Stadtentwicklung, da er den Eintritt in die Stadt darstellte. Ferner wurden viele neue Wohnhäuser errichtet sowie 1868 ein Springbrunnen gebaut. Nach dem Tod des für die Stadt verdienstvollen Unternehmers und Industriellen Carl Adolf Riebeck erhielt der Platz 1891 dessen Namen. Mit steigendem Verkehrsaufkommen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es verschiedene Pläne zur Umgestaltung des Platzes, die aber nicht realisiert wurden. Durch einen alliierten Bombenangriff am 31. März 1945 wurden zahlreiche repräsentative Bauten, darunter das Hotel Goldene Kugel von Hermann Frede zum Teil zerstört. Nach Kriegsende wurde der Name des Platzes in Ernst-Thälmann-Platz (im Volksmund schlicht Thälmannplatz) geändert. Da dieser ab 1960 der verkehrsreichste Knotenpunkt der DDR war, ergab sich die Notwendigkeit einer Neugestaltung des Platzes. Der Fahrzeug- und Personenverkehr sollte fortan auf drei getrennten Ebenen bewältigt werden: der Verkehrsstrom in Nord-Süd-Richtung auf einer ab 1965 gebauten Hochstraße, der Ost-West-Verkehrsstrom in einer vierspurigen Kreisanlage unterhalb der Hochstraße und der Personenverkehr in einem Tunnelsystem. Durch die Umbaumaßnahmen wurde der bis dahin siebenarmige Kreisverkehr auf nur noch vier Straßenanbindungen reduziert. Innerhalb des Kreises wurden Haltepunkte für mehrere Straßenbahnlinien und Standplätze für Taxis eingerichtet. Auch das direkte Umfeld des Platzes war von der Umgestaltung betroffen. Durch Sprengung mehrerer angrenzender Gebäude schuf man Platz für neue repräsentative Bauten, darunter das Hotel Stadt Halle, zwei 23-geschossige Hochhäuser, das Haus des Lehrers und mehrere Verwaltungsgebäude. 1991 erhielt der Platz seinen alten Namen Riebeckplatz zurück.
Adresse: 
Riebeckplatz
06112 Halle (Saale)
Haltestelle: 
Riebeckplatz (Tram: Linien 5, 7, 9, 10, 25)
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